Ausflug in die Vergangenheit

am Freitag 15 Juni 2018 - 09:10:55 | von Administrator

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Zu unseren Gruppenaktivitäten außerhalb der Montagtreffs, gehören auch gemeinsame Ausflüge und Touren. Diesmal hatte es uns nach Lindlar „verschlagen“. Dort befindet sich ein Freilichtmuseum, auf dessen weitläufigen Gelände der Besucher die Vergangenheit erkunden kann. Der Landschaftsverband Rheinland hat dort in den letzten Jahrzehnten viele interessante Zeitzeugen des Brauchtums, der Kultur und des täglichen Lebens im Bergischen Land zusammengetragen. Darunter auch einen „ganzen“ Bauernhof, Häuser verschiedener Epochen, eine Schmiede und andere Werkstätten einer fast vergessenen Zeit. So erlebte unsere kleine Schar bei einer Führung eine Reise in die Vergangenheit, die auch einen Einblick in das nicht immer einfache Leben der Menschen in der buckligen und kargen Welt des 18., 19. und 20. Jahrhunderts gab. Es war schon beeindruckend zu sehen, mit welchen einfachen Mitteln unsere Vorfahren auskamen, auskommen mussten, um den harten Alltag zu meistern. Vieles für uns heute unvorstellbar. So nahmen wir von diesem Ausflug nicht nur neue Eindrücke mit, sondern sicher auch die Erkenntnis, wie gut wir es eigentlich haben und man erst einmal einen Blick zurückwerfen sollte, bevor man Dinge anprangert, die uns in unserem heutigen Leben angeblich „fehlen“. So wie uns beim Abschluss des Besuchs nicht die Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen fehlte, um die uns die ehemaligen Bewohner der aufgebauten Häuser sicher beneidet hätten.

Gummersbach-Dieringhausen im Juni 2018

Ruhe

am Dienstag 29 Mai 2018 - 11:16:12 | von Administrator

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Schwester Tanja (Fünfte v.r.) inmitten unserer Gruppe


In der Ruhe liegt die Kraft, meint eine alte Binsenweisheit zu wissen und dies unterstrich Schwester Tanja jetzt bei ihrem Besuch in unserer Gruppe. Schwester Tanja gehört dem Bethesda-Orden an und ist nach verschiedenen beruflichen Stationen, in denen sie sich stets humanitären Aufgaben verschrieben hat, nun seit gut 1 ½ Jahren Mitarbeiterin der Bundesgeschäftsstelle des Blauen Kreuzes in Wuppertal. Obwohl ihr Zuständigkeitsbereich mehr im Münsterland liegt, hatte sie spontan zugesagt, zu uns zu kommen und brachte uns ein sehr interessantes Thema mit. Es ging um einen wichtigen Fixpunkt in unserem Leben, den allerdings viele Menschen vernachlässigen: RUHE. Dazu zitierte Schwester Tanja aus dem Alten Testament, genauer gesagt aus dem 1. Buch Mose (Genesis), in dem die Weltschöpfung beschrieben wird. Dort heißt es „Am siebten Tag hatte Gott sein Werk vollendet und ruhte von aller seiner Arbeit aus. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig.“ Also hat sogar Gott einmal innegehalten, sein Werk betrachtet und sich für Neues, Kraft durch Ruhe geholt. So beschreibt es auch der schwedische Pastor und Autor Tomas Sjödin, dessen Buch „Warum Ruhe unsere Rettung ist“, Schwester Tanja ebenfalls mitgebracht hatte. In ihm erzählt der Autor, seine Sichtweise auf die Ruhe, die sich jeder gönnen sollte und hält provokant fest: Stell dir vor du tust nichts und die Welt dreht sich weiter. Ruhe gehört zum Menschsein, denn nur so können wir einmal innehalten, zurückblicken und neue Impulse für die Zukunft sammeln. Gerade in unserer schnelllebigen und hektischen Zeit, in der uns Unrast voran treibt, ist es wichtig, einmal loszulassen, nachzuspüren und einen Blick auf uns selbst zu werfen. Ruhe bedeutet dabei nicht unbedingt die Hände in den Schoß zu legen, sondern Dinge zu tun, die mich glücklich machen, die mir ganz persönlich Freude bereiten. So gehört Ruhe zum „Ich“, denn ohne sie vergessen wir schnell die Wunder dieser Welt, die Gott so einzigartig geschaffen hat. Daher sollte „Ruhe nicht der letzte Seufzer der Ermattung , sondern das Offenwerden für Neuanfänge sein“, wie Tomas Sjödin schreibt. So sollte sich jeder von uns einmal ein paar ruhige Momente im Trott des Alltags gönnen, denn nur so ist ein Anfang für Neues möglich.

Gummersbach-Dieringhausen, im Mai 2018

Unheimlich - Heimlich

am Montag 26 März 2018 - 18:28:54 | von Administrator
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Ich bin 52 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Kinder, bin kaufmännischer Angestellter und wohne in Attendorn im Sauerland.
 
Meinen ersten Kontakt mit Alkohol hatte ich mit 6 oder 7, als mich meine Großeltern an Bier, Wein oder Eierlikör mit dem Finger probieren ließen. Mit 13 oder 14 nahm ich Beruhigungstabletten, die ich meiner Oma entwendet hatte, da ich nicht schlafen konnte (Pubertät). Mein erstes Bier hatte ich mit 16 auf einer Jugendfreizeit. Danach immer wieder mal in geselliger Runde. Doch dann wurde aus dem Genusstrinken das heimliche Trinken. Es begann nach und nach mit der Geburt unseres Sohnes 1994. Ich trank heimlich und versteckte den Alkohol. Dabei waren meine Verstecke völlig absurd. Vom Ofen über das Kinderzimmer hin zum Auto. Mit der Zeit brauchte ich immer mehr Alkohol. Zum Schluss waren es 6-7 Flaschen Bier und zwei Flaschen Wodka pro Tag. Ich trank fast täglich bis zum Filmriss.
 
Dies ein kleiner Ausschnitt aus der „Alkohol-Biografie“ von Bernd Goebel, der jetzt zu Gast in unserer Gruppe war. Bernd, der seine Erfahrungen mit dem Alkohol in einem Buch unter dem Titel „unheimlich-heimlich, habe ich getrunken“ zusammen gefasst hat, erzählte uns freimütig aus seinem Leben, über seine Erfahrungen, seine Tiefpunkte und der langen Leidensphase, die er und seine Familie durchzustehen hatten, bevor er es endlich schaffte, vom Alkohol loszukommen.
 
Ein weiter Weg, dessen Verlauf viele unserer Gruppenmitglieder aus eigener Erfahrung kennen, von Bernd aber, auch mit einer Prise ironischen Humors, eindringlich und bildhaft geschildert wurde. So wurde uns erneut vor Augen geführt, wie sehr der Alkohol den Menschen, sein Leben und sein Umfeld, schleichend verändert und nur ein rigoroser Schnitt hier Hilfe verspricht.
 
Wir danken Bernd für seinen Besuch und seine Offenheit und können jedem nur einmal die Lektüre seines Buches, dass im Blaukreuz-Verlag (ISBN: 978-3-941186- 63-7) erschienen ist, empfehlen.
 
Gummersbach – Dieringhausen, im März 2018

BARMHERZIGKEIT

am Samstag 09 Dezember 2017 - 09:34:52 | von Administrator
 
 
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-unser Pfarrer Hermann Bednarek-
 
 
Barmherzigkeit fragt nicht nach Name, Stand oder Herkunft. Barmherzigkeit fragt nur nach Bedürfnis und ist nach der Lesart des Lexikons „eine Eigenschaft des menschlichen Charakters. Eine barmherzige Person öffnet ihr Herz fremder Not und nimmt sich ihr mildtätig an“. Dieses Thema brachte unser Pfarrer Hermann Bednarek mit, als er einmal wieder einen unserer Gruppenabende gestaltete. Nach seinen Worten ist Barmherzigkeit das Gegenteil von Gerechtigkeit, schwebt sie doch über der Schuld, dem Bösen oder dem Fehlbaren. So war und ist Jesus Christus, wie sein Vater, gelebte Barmherzigkeit, die nicht nach Fehltritten fragt, sondern handelt. Über Barmherzigkeit kann man nicht reden oder diskutieren, man muss sie leben. So wie Mutter Teresa, die Pfarrer Bednarek als eine der leuchtendsten Beispiele des vergangenen Jahrhunderts nannte. Mutter Teresa (26.August 1910 bis 5.September 1997) war eine indische Ordensschwester und Missionarin albanischer Herkunft. Weltweit bekannt wurde sie durch ihre Arbeit mit Armen, Obdachlosen, Kranken und Sterbenden, für die sie 1979 den Friedensnobelpreis erhielt. In der katholischen Kirche wird Mutter Teresa als Heilige verehrt. Sie fragte nicht nach dem „Warum“, so Pfarrer Hermann Bednarek, sondern nach dem „Wie“. So lebte sie nach dem Wort Gottes, wobei -und vielleicht nicht allgemein bekannt-, auch in den Schriften der Juden, der Muslime, der Buddhisten und anderer Religionsgemeinschaften die „Barmherzigkeit“ eine Rolle spielt. Einigen Mitmenschen ist dieses Wort allerdings wohl fremd. Eigene Interessen, eigenes Wohlergehen steht für sie im Vordergrund. Hier zitierte Pfarrer Hermann Bednarek einen Satz des Schriftstellers und DichtersLeo Tolstoi: „Die wichtigste Stunde im Leben ist immer der Augenblick. Der bedeutsamste Mensch im Leben ist immer der, welcher uns gerade gegenübersteht. Das notwendigste in unserm Leben ist stets die Liebe“. Dem ist wohl kaum noch etwas hinzu zu fügen und regte auch unsere Gruppe zum intensiven Gedankenaustausch an.

Gummersbach-Dieringhausen, Dezember 2017

Von der Selbstachtung zur Selbstverwirklichung

am Sonntag 29 Oktober 2017 - 13:14:41 | von Administrator
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- Andrea Schmidt -
 

„Befreit L/leben (lernen)“, so hatte Andrea Schmidt ihr Thema, das sie zu unserem Gruppenabend mitbrachte, überschrieben. Ein Thema, was wohl alle Menschen betrifft und bewegt, denn wer will nicht befreit sein Leben leben. Viele aber verwechseln Statussymbole, die sie ihr eigen nennen, mit Zufriedenheit und Sorglosigkeit. Das mehr dahinter steckt, erläuterte uns Andrea, die einige unserer Gruppenmitglieder von Seminaren und Fortbildungen kennen, die sie als Bildungsreferentin des Blauen Kreuzes moderiert, und bei diesen Anlässen Andrea als sympathische und kompetente Persönlichkeit schätzen gelernt haben. Gerade Alkoholkranke, aber auch deren Angehörige, wissen, dass allein materielle Werte nicht das Leben ausmachen. Zur persönlichen Zufriedenheit gehören weit mehr als vermeintliche Statussymbole. Erst muss mein „Ich“ und mein Verhältnis zu anderen stimmig und nicht vom Zweifel geprägt sein, um Dinge tatsächlich genießen zu können. Dazu gehören viele Faktoren, wie Andrea anschaulich darlegte. So zum Beispiel die Achtung, der Respekt, die Zuwendung, das Verstehen, das Erkennen, die Toleranz und die Geduld gegenüber mir selbst und zu meinem Gegenüber. Wenn dies im Einklang steht, kann ich mich und andere erst in all den menschlichen Facetten annehmen. Einfach gesagt, aber im Alltag oftmals nicht immer einfach umzusetzen. Daher ist dieses „befreit L/leben (lernen)“, eine tagtägliche Herausforderung und ein Weg, der manchmal durchaus mühsam sein kann. Gerade eine Selbsthilfegruppe aber kann mir helfen, diese Herausforderung zu bewältigen. Im vertraulichen und geschützten Umfeld der Gruppe, kann ich mich ohne Scheu so zeigen, wie ich bin und dadurch auch selbst wahrnehmen. Erst dann kann ich Verantwortung für mich selbst übernehmen, mich achten und ein befreites Leben leben.
 

Gummersbach-Dieringhausen, im Oktober 2017

++ Achtung ++ Achtung ++ Achtung ++ Achtung ++

am Donnerstag 31 August 2017 - 20:41:56 | von Administrator
I. Ab sofort beginnt der offizielle Teil unserer Montag-Gruppe bereits um 19.30 Uhr
II. Die Freitag-Gruppe findet  ab September 2017 nicht mehr wöchentlich, sondern jeden ersten und dritten Freitag im Monat statt. Der Beginn der Gruppe bleibt mit 11.00 Uhr bestehen. Bei Rückfragen gibt Roswitha ( Tel. 0 22 61 – 7 44 74) gerne Auskunft.

Eine abwechslungsreiche Wanderung mit traumhaften Aussichten

am Dienstag 27 Juni 2017 - 05:34:33 | von Administrator
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-Der leckere Kuchen steht schon bereit-
 
 
Der weite Blick über die sanften Hügel und Täler des Rhein-Sieg-Kreises, die Fernsicht bis zum rheinischen Siebengebirge, der leckere Erdbeerkuchen, der schmackhafte Kaffee, die kühlen Getränke und natürlich die tolle Gemeinschaft unserer Gruppe, waren „Lohn“ nach einer fast dreistündigen Wanderung, die wir am vergangene Samstag unternahmen. Der Ausflug führte uns zunächst zum FITHotel in der Nähe von Much. Von dort aus ging es auf einen Rundweg, der viel Abwechslung bot und an dessen Rand auch die ein oder andere Bank zur Rast einlud. Bestens geplant und organisiert von unserer Moni, wusste zunächst keiner von uns, wohin die Reise ging und vielleicht schwang auf der gemeinsamen Anfahrt doch hier und da Zweifel mit. Aber schon nach kurzer Zeit schlug dieser Zweifel in Begeisterung um, denn die Route des Weges führte uns entlang von blühenden Wiesen, durch schattige Wäldchen und immer wieder war es das grandiose Panorama, das faszinierte. So konnte trotz der marschierten Kilometer die Laune nicht besser sein, als wir wieder zum Ausgangspunkt gelangten und die süsse Stärkung bereits wartete.
Ein gelungener Tag, für den wir Moni herzlich danken, zu dem aber alle, die mit dabei waren, beigetragen haben!
 

Gummersbach-Dieringhausen, im Juni 2017
 

Belastungen des Lebens gewachsen?

am Mittwoch 15 März 2017 - 20:04:23 | von Administrator
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„Was hilft mir, den Belastungen des Lebens gewachsen zu sein?“. Diese Frage stellte Hansgeorg Panczel in unserer Montags-Runde, war er doch einmal wieder unserer Einladung nachgekommen und Gastreferent. Hansgeorg begleitet unsere Gruppe schon seit vielen Jahren und obwohl er nun seinen Ruhestand genießen kann, war er gerne bereit, zu uns zu kommen, um erneut einen Abend zu gestalten. Sein vorgestelltes Thema wog dabei „schwer“, wie auf der Zeichnung zu sehen ist. Ein Mann mit zwei großen Koffern, will/soll/muss den steilen Weg bewältigen. Allein seine Miene spricht Bände. Wie haben wir als Betroffene, als Angehörige unseren „Lebens-Koffer“ gepackt und getragen? Diese Frage stellte sich uns. Schnell war in der Gesprächsrunde klar, wie schwierig es sein kann, seinen Lebensweg zu gehen, gerade wenn der Alkohol eine „gewichtige“ Rolle spielt und die Steigung noch steiler und den Weg noch verschlungener macht. Eine schier unmögliche Aufgabe, nicht nur für Betroffene, sondern ebenso für Angehörige. Hier kann nur die Selbsteinsicht helfen. Ballast muss abgeworfen werden. Dazu gehören Zweifel an sich selbst, belastende Gedanken und   Minderwertigkeitsgefühle. Sie versperren die Sicht auf den Weg, der zu gehen ist und entmutigen, ihn überhaupt zu beginnen. Hier ist es gut, sich öffnen zu können und Freunde am Wegesrand zu wissen, die helfen, den Koffer ein Stück weit mit zu tragen, oder Dinge, die unnötig sind, aus ihm zu entfernen, damit die Last leichter wird. Freunde die an Wegbiegungen warten, um die Richtung zu zeigen, die anspornen und ermutigen nicht aufzugeben. Diese Freunde zu finden, ist sicherlich nicht einfach, denn in unserer schnelllebigen Zeit ist vieles oberflächlich und Ratschläge, manchmal in der Tat „Schläge“. Hier ist es gut zu wissen, dies gilt für den Betroffenen und den Angehörigen, eine intakte Familie, wirkliche Freunde, oder eben eine Gruppe zu haben, wo der Mensch zählt und wo  er Geborgenheit, Verständnis und einen Platz findet, um seinen Weg zu finden. Auf jeden Fall sollten unvermeidbare Rückschritte und auftauchende Hindernisse, nicht den Mut auf dem Weg zu einem zufriedenen Leben verlieren zu lassen.
 

Gummersbach-Dieringhausen, März 2017

Rückfall – NEIN danke!

am Sonntag 08 Januar 2017 - 15:26:29 | von Administrator
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Ich merke wie es in mir brodelt. Die „Sehn“Sucht nach einem Schluck Alkohol wird merkbar größer. Warum? Hatte ich Ärger? Kommt etwas Neues auf mich zu? Will ich etwas vergessen? Ich weiß es nicht genau, aber ich stelle mir schon die fatale Frage, wo bekomme ich jetzt schnell was zum „Vergessen“. Die gute Möglichkeit in dieser Situation ist natürlich der Anruf bei „meiner“ Vertrauensperson, aber vielleicht hilft auch ein Blick ins Internet. Ja richtig gelesen. Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat jetzt eine Seite ins Netz gestellt, die sich mit dem Rückfall befasst und auch eine Abstinenzkarte entwickelt, die, wenn man nur will, helfen kann. Unter - Website -, gibt es neben zahlreichen Infos auch konkrete Handlungsvorschläge, was ich jetzt, jetzt in diesem Moment tun kann. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall, auch schon bevor es brodelt!

Findet Dorie

am Donnerstag 20 Oktober 2016 - 11:09:17 | von Administrator
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                                         -Gestatten: Dorie-


Zu unseren Gruppenabenden konnten wir schon so manchen Gast begrüßen, der über ein interessantes Thema zu referieren wusste, auch unseren Pfarrer Aurel Everling. Nun war er wieder einmal in unserer Runde und erzählte über einen Kinobesuch mit seiner Familie????? „Findet Dorie“, einen Animationsfilm in dem eine kleines Fischmädchen, eben Dorie, die Hauptrolle spielt, hatte sich die Familie Everling angeschaut. Waren wir anfangs ein wenig verwundert, warum uns Aurel Everling unbedingt die Story dieses Films erzählen wollte und stellten wir gedanklich zunächst die „Seriosität“ des Themas in Frage, wurde dann aber schnell klar, warum er uns sinnbildlich die kleine Dorie mitgebracht hatte. Erzählt der Film doch von der sich in den Weiten der Ozeane verirrenden Dorie, die ihre Eltern sucht. Da Dorie außerdem kein sehr ausgeprägtes Gedächtnis ihr eigen nennt, macht die Suche für sie nicht leichter. Mit kindlicher Entdeckungslust und ohne auf Mahnungen zu hören, hatte sie sich, von Neugier getrieben, aufgemacht. Nur mit Hilfe von Freunden und nach vielen zu bestehenden Abenteuern, findet sie letztendlich zurück in die Geborgenheit der Familie.

Geht es uns Menschen nicht oft genauso, fragte Aurel Everling.

Auch wir suchen Geborgenheit, Liebe, Orientierung. Wir vergessen dabei aber all zu oft unseren Ursprung, unsere Identität. Unseren Ursprung, unsere Identität in Gott. Sicherlich ist es wichtig, sich auf den Weg zu machen und neugierig auf das Leben zu sein und zu bleiben. Wichtig für die Entwicklung, sich Problemen und Hindernissen zu stellen, um aus ihrer Bewältigung zu lernen. Dies wird einfacher, wenn man die Familie, Freunde, Bekannte an seiner Seite weis.

Ein wichtiger „Partner“, der immer und in jeder Lebenssituation verlässlich an meiner Seite steht, ist Gott. Ich muss nur bereit sein, auf seine Hinweise zu achten. Bereit sein, auf ihn zuzugehen. Dieser Ursprung, dieses Urvertrauen geht leider immer mehr Menschen abhanden, weil sie sich im Ozean des Lebens nicht mehr orientieren können, oder sich an falsche Lotsen halten. Es entsteht Ärger, Hilflosigkeit, Mutlosigkeit. „Die Wurzeln müssen wieder freigelegt werden“ so Aurel Everling, „damit ich mich erkennen kann“. Nur dann ist ein erfülltes Leben möglich und nur so kann ich mit mir ins Reine kommen. So wäre es schön, wenn es mehr von Filmen wie „Findet Dorie“ geben würde, denn auch sie können, neben all dem Kinospaß durchaus Hinweise geben, die beachtenswert sind.

Gummersbach-Dieringhausen, im Oktober 2016

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