„Wenn die Seele wieder singt!“


 Administrator    17 Okt : 18:43
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- Depression: Ursachen – Auswirkungen – Hilfen –


- Depression: Ursachen – Auswirkungen – Hilfen –


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Zu Gast bei uns: Werner Brück

„Stell dich nicht so an“, Lass dich nicht hängen“, „Es gibt schlimmeres“, das sind Schlagwörter, die ein Mensch wohl mehr als einmal zu hören bekommt, wenn er lustlos, ohne inneren Antrieb, von Gedanken gequält und vielleicht sogar ein Stück des Lebens müde ist. Das sich dahinter eine seelische Krankheit verbergen könnte, ist vielen nicht bewusst, vielleicht sogar dem Betroffenen nicht. Hier setzte unser Montag-Abend-Gruppen-Gast, Werner Brück an. Werner Brück, den viele als langjährigen Leiter des Kurt-von-Knobelsdorff-Hauses in Radevormwald, als Fachbuchautor, aber auch schon als Referenten kennen, der immer aktuelle und interessante Themen im Gepäck hat, war unserer Einladung einmal wieder gefolgt und jetzt unser Gast im evangelische Gemeindehaus. Auf Wunsch aus der Mitte unserer Gruppe sprach er über eine Krankheit, die oft noch verdrängt, oder verschämt verschwiegen wird, obwohl sie schon Kinder treffen kann und die sich immer mehr in unserer Gesellschaft breit macht: Die Depression. Nicht erst in unserer Zeit der Schnelllebigkeit, der wachsenden Ansprüche, der Verpflichtungen, leiden Mitmenschen unter physischen und psychischen Symptomen der Depression, die oft spät entdeckt werden und denen der Betroffene hilflos gegenübersteht. Oft wird er als Hypochondern dargestellt. Dabei, so Werner Brück besteht das Leben aus Höhen und Tiefen, die wohl an keinem spurlos vorüber gehen, doch Feinfühlige reagieren auf solche Lebensschwankungen anders. Sie erleben sie intensiver und geben sich sogar oftmals selbst die Schuld an Antriebslosigkeit, oder körperlichen Beschweren. Der Rückzug aus dem fast unerträglichen Alltag erscheint oftmals der vermeintlich einzige Ausweg. Damit tut sich aber gleichzeitig eine verhängnisvolle Spirale auf. Der Depressive muss gestützt und unterstützt werden. Er sollte angenommen und will verstanden werden. Hier liegt der Schlüssel. Ein sensibles „auf ihn zugehen“, ihn auf dem Weg durch das Tal begleiten und beim Anstieg auf den Berg zur Seite stehen, hilft oftmals. Phrasen wie „Lass dich nicht hängen“, sind kontraproduktiv und führen noch mehr in eine Sackgasse. Um aus ihr herauszufinden, greifen nicht wenige zur Droge des Vergessens, des Verdrängens – dem Alkohol. Der Weg zur Sucht ist dann nicht mehr weit entfernt. Wobei es natürlich auch den umgekehrten Weg gibt. Der Alkohol treibt in die Depression. Ärztliche und psychologische Hilfe ist spätestens dann ein Muss und ein geduldiger, zuhörender Freund ein Segen. Gemeinsam kann so Stufe um Stufe erklommen werden, um wieder das Licht und die Wärme des Lebens zu spüren und es in all seinen Facetten zu genießen. „Das Leben kann wieder singen“, so beschrieb es Werner Brück. So war auch dieser lebendige Vortrag von unserem Gast, der viel Beifall fand, wohl auch für den ein oder anderen von uns eine Aufmunterung, sich nicht in Depression und Sucht zu verlieren, sondern frühzeitig Hilfe anzunehmen, um das Leben leben zu können.

Gummersbach-Dieringhausen im Oktober 2018







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