Macht und Ohnmacht


 Administrator    30 Nov : 20:08
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-Pastor Hermann Bednarek einmal wieder in unsere Gruppe-





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-Pastor Hermann Bednarek einmal wieder in unsere Gruppe-

Ob in Familie, Beruf, Verein oder im eigenen Ich. Immer spielen die Begriffe „Macht und Ohnmacht“ eine Rolle, deren Auswirkungen jeder von uns selbst schon erlebt hat, erleben musste. Bewusst oder unbewusst. Diese lebensbegleitende Thematik hatte uns jetzt Pfarrer Hermann Bednarek zum montäglichen Gruppenabend mitgebracht. In seinem informativen Vortrag stellte er einige Beispiele aus dem Alltag, ja aus der Bibel, vor, um zu hinterfragen, wie Macht und Ohnmacht sich im Leben darstellen können und wie sie in fast allen Lebenslagen auftreten. So nannte er unter anderem auch Dietrich Bonhoeffer, der im Dritten Reich von den Nazis verfolgt, eingesperrt und letztendlich ermordet wurde. Bonhoeffer, der so vielen Menschen Mut gab, war selbst zwischen „Macht“ und Ohnmacht hin und her gerissen, was sich deutlich in den Zeilen des von ihm im Zuchthaus geschriebenen Gedichts „Wer bin ich?“ wieder spiegelt. Dieses „Wer bin ich?“ kann auf viele Situationen des Alltags übertragen werden, denn wohl jeder Mensch wird sich im Laufe seines Lebens fragen: „Wer bin ich?“. Bin ich mächtig gegenüber der Situation in der ich mich befinde? Bin ich mächtig gegenüber der Person, die vor mir steht? Bin ich mächtig gegenüber mir selbst?, oder bin ich in meiner Ohnmacht gefangen, ihr hilflos ausgesetzt? Gerade an einer Sucht erkrankte Menschen, aber auch deren Angehörige, stehen ihrer Situation zunächst einmal ohnmächtig gegenüber. Sie finden keinen Ausweg und verlieren sich schnell in Selbstmitleid, oder Vorwürfen. Hier, so Hermann Bednarek, heißt es aufstehen, widerstehen, zusammenstehen, um die „Macht“ der Droge zu überwinden und zur eigenen „Macht“ zurück zu finden. Keine leichte Aufgabe, zumal Außenstehende schnell von Schwäche und „wer will der kann auch“, sprechen und ihr negatives Urteil damit schon gefällt haben. Sich von der Ohnmacht zu befreien und wieder Macht über sein Selbst zu bekommen, ist eine Herkulesaufgabe, die, so Hermann Bednarek „Respekt und Achtung verdient“.

Gummersbach-Dieringhausen, im November 2019







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