Glaube - noch zeitgemäß?


 Administrator    15 Dez : 17:56
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(Pfarrer Hermann Bednarek -rechts vorne mit einigen der teilnehmenden Mitglieder- zu Besuch bei uns)

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(Pfarrer Hermann Bednarek -rechts vorne mit einigen der teilnehmenden Mitglieder- zu Besuch bei uns)
 
Ein gewichtiges Thema hatte Pfarrer Hermann Bednarek im Gepäck, als er am vergangenen Montag einmal wieder Gast in unserer Gruppe war und von Lothar herzlich begrüßt wurde. Es ging um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, ob der Glaube an Gott noch zeitgemäß sei! Er begann seinen lebendigen Vortrag dabei mit einem Hinweis auf den französischen Philosophen Rene Descartes (geb.1596, gest.1650), von dem auch der Satz stammt „Ich denke, also bin ich“. Dieser Rene Descartes hatte sich nach dem Dienst in der Armee der Kirche zugewandt, den Glauben an Gott aber auch hinterfragt. In seinem 1637 erschienen Werk „Abhandlung über die Methode des richtigen Vernuftgebrauchs“ (aus Furcht vor der Kirche erschien es unter einem anderen Namen und wurde im Ausland gedruckt. Diese Furcht stelle sich später als begründet dar, ließ doch der Papst 1663seine Werke verbieten) stellte er sinngemäß die Frage, ob die Menschheit überhaupt einen Gott brauche. Er beantwortete sie mit einem Nein, denn der Mensch sei durchaus in der Lage selbständig zu leben und zu agieren. Darüber hinaus sei seine Existenz wissenschaftlich nicht zu beweisen. Der Mensch, so Bednarek, glaubt zumeist nur das was er auch sehen und begreifen kann. Dies ganz besonders in der heutigen Zeit, in der (fast) alles wissenschaftlich hinterfragt und belegt ist. Dazu ist es allzu menschlich, stolz darauf zu sein, selbständig agieren zu können und sich nur da, wo es nicht zu umgehen ist, Regeln zu unterwerfen, und die hat uns Gott nun einmal mit den zehn Geboten, um nur ein Beispiel zu nennen, gegeben. Weitere Aspekte des Glaubens sind zum einen die dem Mensch angeborene „Sparsamkeit“. Was ich nicht unbedingt brauche, spare ich mir, also auch den Glauben? Zum anderen die Frage, ob ich das was ich habe noch zeitgemäß ist? Gibt es vielleicht etwas besseres, etwas lohnenswerteres aus dem ich „Kapital“ schlagen kann? Glaube so Pfarrer Bednarek ist also ein weitgefächerter Begriff, aus dem sich der Mensch oft das herauszieht, was ihm sein Leben am angenehmsten zu gestalten scheint. Nur wenn der Glaube auch mit Vertrauen gepaart ist, dann ist es der Glaube, der sich trotz aller Reformen, trotz aller Zeitströme, trotz aller immer noch gestellten Fragen, nie in seinen Grundfesten ändern wird und den Mensch auf seinem Lebensweg begleitet und ihm einen Sinn gibt. Glaube ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Wie wertvoll dieses Geschenk ist, zeigt sich allein darin, dass Gott seinen Sohn dafür gegeben hat. Jeder ist aufgerufen dieses Geschenk für sich anzunehmen, es zu öffnen und auf sich wirken zu lassen. Gummersbach-Dieringhausen, 25. Juni 2013  




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