Rückfall - warum und was dann?


 Administrator    15 Dez : 17:30
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Als Gast in unseren Gruppenräumen der evangl. Kirche Dieringhausen, konnten wir am vergangenen Montag den Chefarzt der Suchtklinik in Marienheide, Dr. Bodo Unkelbach begrüßen. Er referierte vor fast vierzig Zuhörerinnen und Zuhörern, die diesmal nicht nur aus Mitgliedern unserer Gruppe bestanden, sondern auch vom Kreuzbund in Bergneustadt und vom der Begegnungsgruppe Hückeswagen zu uns gekommen waren, zum Thema „Rückfall“. Dabei erläuterte Dr. Unkelbach anschaulich sowohl die „Entstehung“ eines Rückfalls, was er für den Betroffenen bedeutet und wie er damit umgehen kann, als auch den Rückfall aus Sicht der Angehörigen. Zur Rückfallpräventation sei es aus seiner Sicht zunächst einmal wichtig, regelmäßig eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Dort bestehe die hervorragende Möglichkeit des Austausches, der Hilfe und und des vertrauten Gesprächs. Natürlich sei dabei jedes Suchtproblem unterschiedlich zu sehen und es müsse mit verschiedenen Ansätzen daran gearbeitet werden, sei doch nun einmal jeder Mensch ein eigenständiges Individuum, dass durch Herkunft, soziale Stellung, Bildung und vor allem durch Gefühle und Verstand geprägt ist. Diese Gefühlswelt und den Verstand in Einklang zu bringen sei wichtig, um mit Suchtdruck und einem Rückfall umgehen zu können. Dabei sei es unabdingbar, sich konkrete Lebens-Ziele zu setzten, was ganz profan heißt, sein Leben zu leben. Im Klartext bedeute dies für jeden Betroffenen, aber auch für die Angehörigen, für und über sich zu bestimmen und sich im Klaren darüber sein, was wirklich wichtig und von Bedeutung ist. Dabei solle man sich von der Vergangenheit lösen, wenn auch diese nicht vergessen, denn gestalten kann der Mensch nur seine Gegenwart und seine Zukunft. Für Angehörige ist von Bedeutung, dass sie sich im klaren darüber sind, was sie bereit sind zu geben und sich persönliche Grenzen zu setzen. Hier heißt es das ständige und vertrauensvolle Gespräch mit dem Partner, mit der Familie, mit den Freunden zu suchen, um Problempunkte lösen zu können. Dies ohne Schuldzuweisungen und erhobenen Zeigefinger. Bevor Lothar Dr. Unkelbach für seine sehr informativen Ausführungen dankte und ihm als kleines Dankeschön einen Blumenstrauße überreichte, beantwortete dieser noch die Fragen der Anwesenden, denn jeder der an diesem Abend dabei war, konnte sicherlich so einiges zum „Nachdenken“ mit nach Hause nehmen.  
 
Gummersbach-Dieringhausen, 23.April 2013  




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