Demut


 Administrator    15 Dez : 16:41
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Einmal wieder begrüßte unser Gruppenleiter Lothar, Pfarrer Aurel Everling in unserer Montags- Runde, hatte er ihn doch erneut zu einem Referat gewinnen können. Bevor aber gemeinsam ein Lied gesungen wurde, Pfarrer Everling die Andacht hielt und ein Gebet sprach, bedankte sich Lothar bei ihm und den Verantwortlichen der evangelischen Kirche Dieringhausen nicht nur für das gute gemeinsame Miteinander, sondern auch für die großzügige Unterstützung und Begleitung, die unsere Gruppe nun schon seit vielen Jahren erfährt, sei es durch die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten im Gemeindehaus an der Martinstraße, oder die finanziellen Zuwendungen aus der Kollekte. Dann aber sprach Pfarrer Everling über einen Begriff, ein Thema, das im alltäglichen Leben vieler Menschen fast kaum noch einen Platz findet: die Demut! Das Wort Demut kommt aus dem althochdeutschen diomuoti und bedeutet soviel wie „dienstwillig“ und wurde von Martin Luther bei seiner Übersetzung der Bibel vom lateinischen humilitas abgeleitet (im englischen heißt „Demut“ heute noch „humility“). Im christlichen Glauben erkennt und akzeptiert der Demütige aus freien Stücken, dass es etwas für ihn Unerreichbares, Höheres gibt, oder, um es anders zu formulieren, Demut bedeutet die Anerkennung der Allmacht Gottes. Somit ist Demut nicht etwa der Gedanke sich selbst klein zu machen oder das Leugnen des eigenen Wertes, sondern eine realistische Selbsteinschätzung seiner persönlichen Position in der Welt, seiner eignen Geringfügigkeit im Vergleich mit der Größe Gottes, aber zugleich der Stellung der eigenen Würde und des eigenen Wertes als Geschöpf und Kind Gottes. Dazu brachte Pfarrer Everling auch das Beispiel des Heiligen Sankt Martin (Bischof Martin von Tours in Frankreich - geboren 316/316, gestorben 397 -). Dieser hatte, bevor er sich ganz der Kirche zuwendete, in der römischen Armee gedient und in dieser Funktion seinen kostbaren Legionärsumhang mit einem armen Bettler geteilt. Er war, so Pfarrer Everling, ein demütiger Mann, der seinen Stellenwert kannte, aber die Allmacht Gottes erkannte. In der heutigen Gesellschaft wird Demut oftmals mit Demütigung in Zusammenhang gebracht, also als ein negativ besetztes Wort verstanden. Dieses Negative will sich verständlicherweise keiner gerne „anziehen“ und so wird im Sprachgebrauch aus einer christlichen Haltung schnell ein ignorierender Weg beschrieben. Falsch, wie der Vortrag von Aurel Everling uns zeigte!




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